Austriazismen einfach erklärt

Wer in Österreich unterwegs ist oder Texte für den deutschsprachigen Raum erstellt, merkt schnell: Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Besonders im Tourismus oder Marketing kann die Wortwahl darüber entscheiden, ob Inhalte verstanden werden – oder nicht.

Was sind Austriazismen?

Austriazismen sind Wörter und Ausdrücke des österreichischen Deutsch, die sich von der deutschen Standardsprache unterscheiden. Sie sind kein Dialekt, sondern Teil der offiziellen Standardsprache und im Österreichischen Wörterbuch festgelegt.

Viele dieser Begriffe haben historische Wurzeln – unter anderem in der Habsburgermonarchie. Sprachliche Einflüsse aus Ländern wie Ungarn, Tschechien oder Kroatien prägen bis heute vor allem kulinarische Begriffe.

Ein klassisches Beispiel: Während in Österreich von „Faschiertem“ gesprochen wird, kennt man in Deutschland eher „Hackfleisch“. Solche Unterschiede nennt man Austriazismen.

In dieser Liste von Austriazismen habe ich einige Wörter angeführt, die für das österreichische Deutsch charakteristisch sind. Diese Wörter werden außerhalb Österreichs oft generell als dialektal missverstanden. Für die Definition von österreichischer Standardsprache ist das Österreichische Wörterbuch maßgeblich.

Typische Austriazismen im Vergleich (Österreich – Deutschland)

Faschiertes = Hackfleisch
Fleischlaberl = Frikadellen
Frankfurter Würstel = Wiener Würstchen
Frittatensuppe = Flädlesuppe
Jause = Brotzeit = Vesper
Karfiol = Blumenkohl
Karotten = Möhren
Kracherl = Limonade
Knödel = Kloß

Krapfen = Berliner
Kren = Meerrettich
Kühlschrank = Eiskasten (auch in Ostösterreich noch gebräuchlich)
Marille = Aprikose
Melanzani = Aubergine
Nockerl = Klößchen
Orange = Apfelsine
Palatschinke = Pfannkuchen
Polenta = Maisgrieß
Rote Rübe = Rote Beete
Sauerrahm = saure Sahne
Schlagobers = Sahne
Semmel = Brötchen
Staubzucker = Puderzucker
Topfen = Quark
Topfentorte = Käsesahnetorte

Innerösterreichische Unterschiede: 

Auch innerhalb Österreichs gibt es Varianten:
Erdäpfel = Kartoffel
Paradeiser = Tomate

? Fazit:

Deutsch ist nicht gleich Deutsch – und genau das macht Sprache spannend.

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